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Ratgeber

Borreliose beim Hund: Symptome, Test & Zeckenschutz

Borreliose beim Hund wird durch Borrelien verursacht, die über Zecken übertragen werden. Die meisten infizierten Hunde entwickeln keine auffälligen Symptome. Wenn es zu einer Erkrankung kommt, stehen häufig Fieber, Mattigkeit und Gelenkprobleme mit Lahmheit im Vordergrund.

Wie werden Borrelien übertragen?

In Deutschland spielt vor allem der Gemeine Holzbock eine wichtige Rolle. Der Erreger wird nicht unmittelbar beim ersten Kontakt übertragen; längere Saugdauer erhöht das Risiko.

Mögliche Symptome

  • Fieber
  • Mattigkeit
  • vergrößerte Lymphknoten
  • Gelenkschwellung
  • wechselnde Lahmheit
  • chronische Gelenkentzündungen
  • selten Nierenbeteiligung

Ein positiver Antikörpertest beweist keine klinische Borreliose

Viele Hunde haben Kontakt mit Borrelien, ohne krank zu werden. Deshalb müssen Laborbefund, Zeckenexposition und passende klinische Symptome zusammenpassen.

Warum die Diagnose schwierig sein kann

Gelenkprobleme und Fieber haben viele mögliche Ursachen. Gleichzeitig können Antikörper lange nach einer Infektion nachweisbar bleiben. Deshalb reicht ein einzelner positiver Test nicht für jede Situation aus.

Stufendiagnostik

ESCCAP beschreibt eine Kombination aus serologischen Verfahren und – bei ausgewählten Fällen – direktem Erregernachweis per PCR. Welches Untersuchungsmaterial sinnvoll ist, hängt von den betroffenen Organen ab.

Gelenkentzündungen

Typisch ist eine entzündliche Lahmheit, die unterschiedliche Gelenke betreffen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Lahmheit nach einem Zeckenstich Borreliose ist.

Orthopädische Ursachen wie Kreuzbandriss oder Arthrose müssen ebenfalls bedacht werden.

Nierenbeteiligung

Selten kann eine schwere Nierenerkrankung auftreten. Bei entsprechender Symptomatik können Urinuntersuchungen und Nierenwerte wichtig sein.

Behandlung

Klinisch erkrankte Hunde werden tierärztlich behandelt. Ein positiver Antikörpertest ohne passende Beschwerden ist dagegen nicht automatisch eine Behandlungsindikation.

Zeckenschutz ist die wichtigste Vorbeugung

ESCCAP empfiehlt bei Hunden mit regelmäßigem Aufenthalt im Freien konsequenten, ganzjährigen Schutz mit wirksamen Zeckenpräparaten. Zusätzlich sollten Hunde nach Spaziergängen abgesucht und gefundene Zecken rasch entfernt werden.

Impfung

In Deutschland stehen Borreliose-Impfstoffe zur Verfügung. Ob sie für einen bestimmten Hund sinnvoll sind, hängt vom individuellen Risiko ab. Eine Impfung ersetzt den Zeckenschutz nicht.

Zecken konsequent vorbeugen

Vorbeugung schützt nicht nur vor Borreliose, sondern auch vor Anaplasmose, Babesiose und weiteren Erkrankungen.

Zecken beim Hund

Häufige Fragen

Wie bekommt ein Hund Borreliose?

Borrelien werden durch den Stich infizierter Ixodes-Zecken übertragen. Je länger die Zecke saugt, desto größer wird das Übertragungsrisiko.

Welche Symptome sind typisch?

Möglich sind Fieber, Mattigkeit, Lymphknotenschwellung und vor allem Gelenkentzündungen mit Lahmheit. Viele infizierte Hunde entwickeln jedoch gar keine sichtbaren Symptome.

Wann treten Symptome nach einem Zeckenstich auf?

Klinische Beschwerden können erst Wochen bis Monate nach der Infektion auftreten. Ein direkter zeitlicher Zusammenhang mit einem einzelnen Zeckenstich ist daher oft nicht erkennbar.

Was bedeutet ein positiver Antikörpertest?

Ein positiver Antikörpertest zeigt Kontakt mit Borrelien, beweist aber nicht automatisch, dass aktuelle Beschwerden tatsächlich durch Borreliose verursacht werden.

Wie wird die Diagnose abgesichert?

ESCCAP beschreibt eine Stufendiagnostik mit serologischen Verfahren und je nach Situation PCR aus geeignetem Untersuchungsmaterial.

Kann Borreliose die Nieren schädigen?

Ja, selten kann eine schwere immunvermittelte Nierenerkrankung auftreten. Deshalb können Urin- und Nierenkontrollen bei klinischem Verdacht sinnvoll sein.

Wie kann ich vorbeugen?

Konsequenter Zeckenschutz und rasches Entfernen gefundener Zecken sind zentral. ESCCAP empfiehlt bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien wirksamen, ganzjährigen Zeckenschutz.

Gibt es eine Impfung gegen Borreliose?

In Deutschland sind Impfstoffe verfügbar. Der Nutzen wird je nach Exposition und individueller Situation mit der Tierarztpraxis abgewogen; Zeckenschutz bleibt unabhängig davon wichtig.

Fachliche Orientierung: ESCCAP Deutschland – Borreliose beim Hund und Diagnostik, Stand März/Juli 2026.

Bildnachweis: Dovydas Žilinskas / Unsplash.